500414_original_R_K_by_Angelika Wolter_pixelio.de

Wenn zwei Menschen mit freiem Willen auf einander treffen.

Bestimmt jedes Paar kennt die Situation: Der eine will das, was der andere nicht will, und beide können nicht unabhängig vom anderen eine Entscheidung treffen.
Wie fühlt man sich bei einem solchen Streit? Wie fühlst du dich in so einer Situation? Ich fühle mich unfrei, gefangen und abhängig. Ich war wütend auf meinen Mann, weil ich mir wünschte er würde nur einmal meine Entscheidung, mir zu liebe, mittragen.

Nachdem ich wütend das Gespräch abgebrochen hatte, ging ich spazieren und bat Gott mir in diesem Moment wieder Freiheit im Denken und Fühlen zu geben. Und ich betete dafür, dass ich mich aus ehrlichem Herzen entschuldigen könnte. Nach einigen Schritten, fiel mir das Zitat: „Vergeben heißt dem anderen zu erlauben nicht Gott sein zu müssen“, ein. Ich dachte mir: ja so ist es, ich erwarte von meinem Mann schon wieder eine Liebe, die nur Gott mir geben kann. ER würde für mich dieses Opfer bringen, ER hat schon ein viel Größeres mit Jesus gebracht.
Aber das war ja nicht immer so. Bevor Jesus kam, mussten die Menschen selbst opfern. Damals war es wie in meiner Ehe heute. Wenn der eine sein Ding durchzog, versündigte er sich am Anderen, der bis zu einem gewissen Level zurück steckte. Der Andere bringt also mehr oder weniger unfreiwillig ein Opfer. Wenn ein Mensch etwas unabhängig von Gott gemacht hat, hat Gott darunter gelitten, weil es gegen seine Prinzipien war. (Der Mensch versündigte sich an Gott = kontra Beziehung), aber ER hielt es bis zu einem bestimmten Punkt aus. Er brachte ein Opfer, aber forderte eine Wiedergutmachung.

Wenn ich in unserem Fall also, auf mein Recht verzichten würde, müsste mein Mann es, in einer anderen Situation wieder gut machen. So wäre es gerecht.
Doch dann kam Jesus (pro Beziehung). Gott entschied sich, ein für alle Mal uns zu lieben, egal was kommt. Er brachte als Zeichen dafür, dass ultimative Opfer. Ich überlegte, ob es ein Zeichen in meiner Ehe gibt, dass die Entscheidung für eine solche Liebe symbolisiert. Diese Entscheidung ist 7 Jahre jünger als meine Ehe und dennoch sollte mich mein Ehering immer wieder daran erinnern, beschloss ich ☺.

Gott erträgt also unsere Sünden, im bewussten Blick auf seine Entscheidung, die durch Jesus verbildlicht wird, weil er weiß, dass nur diese Art der Liebe Veränderung in uns bewirken kann.
Durch den Spaziergang und die Überraschung und Freude über diese Gedanken, war es mir möglich die Unsinnigkeit meines Kampfes zu sehen. Ich entschied mich zu lieben, weil Ich meinen himmlischen Vater liebe, weil er mich liebt (es gibt eine Ebene, bei der Worte die wahre Bedeutung nicht widergeben können und es sich immer bescheuert oder platt anhört). Ich dachte, echte Kompromisse werden nicht von Menschen geschlossen. Nur Gott ist in der Lage einen Weg zu finden, auf dem wir beide nicht zu kurz kommen.

Foto: © Angelika Wolter  / pixelio.de

Wenn 2 Menschen mit freiem Willen auf einander treffen.
Markiert in:                     

Kommentar verfassen