Theologie, was ist das? Oder besser gesagt, was ist Theologie nicht?

Ich befürchte, auf viele Menschen wirkt der Glaube an Gott ziemlich kompliziert. Das hat so viel mit Theologie zu tun. An Gott glauben bedeutet Regeln einhalten – auf viele Dinge im Leben verzichten – mir Gottes Gunst und Wohlwollen erarbeiten oder verdienen zu müssen … Dass zumindest scheint das Bild zu sein, was wir Christen oft rüber bringen. Ich finde das extrem schade, denn so ist Glaube nicht. So ist Gott nicht. Warum haben dennoch viele Menschen diesen Eindruck?

Weil wir Christen vielleicht viel zu viel über solche Dinge reden, ohne den Glauben einfach im Alltag zu leben. Jetzt kannst Du natürlich sagen: „Super Aussage – aber scheinbar ist es ja nicht so einfach, Glauben im Alltag zu leben – sonst würden es ja mehr Christen tun.“ Doch, meiner Meinung nach ist es einfach und nicht kompliziert. Wenn wir, ohne viel über geistliche Dinge zu reden, einfach das Nachleben würden, was Jesus uns vorgelebt hat.

Jesus hat seine Jünger auch gelehrt, ihnen erklärt wie Gott ist – er hat sie in Theologie unterrichtet. Doch das war nicht alles was er getan hat. Er ist vor allem durch seine Art mit den Menschen umzugehen aufgefallen. Seine liebevolle Art Menschen gegenüber, die von der Gesellschaft ausgestoßen waren. Er war tatsächlich ein Freund der Zöllner (Bezeichnung für einen ungerechten Zolleinnehmer) und Sünder. Zu denen die mehr wissen wollten, hat er über Gott und Glauben gesprochen – hat ihnen Theologie erklärt (bei der Bergpredigt, dem Nikodemus, seinen Jüngern, der Frau am Jakobsbrunnen …). Ansonsten hat er einfach gezeigt, wie Liebe praktisch wird. Menschen haben sich wohl in seiner Gegenwart gefühlt, weil er sie weder verurteilt, noch auf sie herab geschaut hat. Wenn wir Christen doch auch eher daran erkannt werden würden.

Ich wünschte, dass auch wir eher durch unsere Art mit unseren Mitmenschen umzugehen, auffallen würden. Wenn Glaube sich nicht nur in einer Gemeinde oder Kirche abspielt, sondern sichtbar im Alltag. So wie Jesus es vorgelebt hat. Ich glaube, wir müssen erst einmal gar nicht so viel reden, sondern einfach nur tun. Respektvoll und Barmherzig mit unseren Mitmenschen umgehen. Helfen, wo Hilfe benötigt wird. Einen Blick für den Anderen und seine Situation haben. Liebevoll mit Menschen umgehen, denen in unserer Gesellschaft eher wenig Liebe entgegengebracht wird. Das würde auffallen! Dann redet unser Handeln. Ich bin davon überzeugt, dass das gehört werden würde. Dann kommen Fragen wie: warum tust du das? Und dann ist auch Zeit, über unseren Glauben zu reden. Ich kenne solche Christen, und die tun mir gut. Weil sie auch mich so annehmen wie ich bin – mit meinen Macken und Schwierigkeiten.

Zu diesem Thema habe ich ein kurzes Video im Netz gefunden. Hier wird das sehr einfach und treffend auf den Punkt gebracht, was Theologie ist, und was nicht. Es lohnt sich auf jeden Fall, diesen kurzen Input auf sich wirken zu lassen. Ich denke, es kann dazu dienen, viel natürlicher das nachzuleben, was uns Jesus vorgelebt hat.

 

Was heißt hier Theologie?
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