Gottes Gnade ist skandalös! Was aber ist das skandalöse an seiner Gnade?

Gnade ist ein überwältigender Frontalangriff Gottes. Wenn ein Mensch in seinem Herzen Gnade versteht und annimmt, kann in seinem Herzen eine geistliche Explosion ausgelöst werden, die diesen Menschen für alle Zeit verändert.

Ich denke an den verlorenen Sohn. Er bekommt sein Erbe ausbezahlt, geht mit dem ganzen los und verprasst es, und am Ende ist nichts mehr übrig. Zum Schluss sitzt er in einem Schweinestall und denkt einen Gedanken: Es ist gerecht, dass ich hier bin, ich habe das Erbe durchgebracht, ich habe meinen Vater enttäuscht. Und da sitzt er, und plötzlich denkt er an seinen Vater, und er konnte etwas entdecken: Barmherzigkeit. Er konnte nicht an Gnade denken, das war zu weit, aber an Barmherzigkeit. Ich werde zurückgehen, und ich werde zu meinem Vater sagen: “Ich kann nicht mehr dein Sohn sein, ich habe gesündigt gegen dich und gegen Gott. Aber ich würde gerne ein Tagelöhner sein.“ Dann hat er sich aufgemacht zu seinem Vater, und er denkt nur an Barmherzigkeit, aber jetzt wird er überrascht. Der Vater steht da mit ausgebreiteten Armen, nimmt ihn in den Arm und ruft: „Leute, schlachten!“ Das beste Kleid, einen Ring, drei Küsse auf die Stirn. Er wird überrascht von der Gnade, und diese Gnade hat sein altes Leben vernichtend geschlagen.

Jesus hat seine Erlösungstat auch nicht von oben herab bewirkt. Nein, er ist in unsere Welt gekommen, hat sich auf unsere Stufe gestellt, und ist auf Augenhöhe für uns gestorben. Das ist GNADE !

[audio:http://mundil.de/Predigten/Skandaloese_Gnade.mp3]
skandalöse Gnade (mp3-Predigt)
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3 Gedanken zu „skandalöse Gnade (mp3-Predigt)

  • 18. November 2016 um 18:04
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    Jetzt war die Predigt so treffend, aber dann lese ich an der Seite: „“Tobias Mundil @TMundil
    Es mag überraschen, aber wir kommen nicht zu Gott, indem wir alles richtig machen, sondern dadurch, dass wir Fehler begehen.
    – Richard Rohr““
    Hier empfehle ich den Paulustext: „Laßt uns der Sünde treu bleiben, damit die Gnade um so größer werde?“
    Es ist nicht das „Fehler begehen“ das uns zu Gott bringt. Sondern das Sünde (interessante Form Sünde Fehler zu nennen) erkennen und zu geben!

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    • 20. November 2016 um 21:14
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      Vielleicht ist ein einzelnes Zitat aus einem sehr guten Buch auch nicht so gleich nachvollziehbar oder zu verstehen, wenn man den Zusammenhang nicht kennt. Dennoch hat Richard Rohr, meiner Ansicht nach, absolut Recht. Es geht hier nicht darum, möglichst viele Fehler zu machen um Gottes Gnade größer wirken zu lassen (siehe Paulus). Es geht vielmehr darum, zu erkennen, dass wir auch als Christen immer wieder Fehler machen (auch wenn wir das nicht wollen) die uns letztlich immer wieder (neu) zu Gott bringen. Weil wir nach Vergebung suchen. Das ganze beruht auf persönlichen Erfahrungen, die ich absolut unterschreiben kann. Wenn ich vor Gott und den Menschen immer alles „richtig“ mache (ich bezweifle, dass das ein Mensch kann), dann ist die Gnade Christi für mich nicht so viel Wert, wie für den Zöllner aus Lukas 18. Gottes Gnade wird für mich groß, wenn ich erfahre, dass ich von mir aus nichts bringen kann und Abhängig von seiner Vergebung bin (weil ich auch als Christi Nachfolger Fehler mache). Der Pharisäer in der gleichen Geschichte, vertritt genau die Meinung, die gute Christen heute all zu schnell vertreten. So ein Christ möchte ich nicht sein!
      Und zum Thema „Sünde“ möchte ich gern sagen: Sünde bedeutet nach der Bibel „Zielverfehlung“. Wenn ich einen Fehler mache, bedeutet es genau das Gleiche. Ich verfehle mein Ziel. Mir liegt nicht´s daran, Sünde zu verniedlichen oder zu verharmlosen! Jedoch liegt mir viel daran, in einer Sprache zu reden, die Menschen heute verstehen, ohne den Inhalt zu entschärfen. Fehler macht Jeder, und das versteht auch jeder – und deshalb sind wir genau an der Stelle direkt beim Evangelium!

      Liebe Grüße, und danke für den Kommentar,
      Tobias

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