„Erst wenn man sich ganz auf das Leben Christi verlässt, ist man völlig frei von der Verunsicherung über sich selbst, durch die man im einen Moment ein arroganter, vorlauter Angeber ist und im nächsten seinem Selbstmitleid zum Opfer fällt. Beides bedeutet ja, dass man in der Angst gefangen ist, was andere von einem Denken.“ …

Major Ian Thomas in „The Saving Life Of Christ“

Scham gehört zu den mächtigen Gefühlen, die menschliches Verhalten steuern (motivieren).  Sie reguliert (teilweise durch sozialen Anpassungsdruck) menschliches Zusammenleben und verhindert, dass Mitglieder einer Gemeinschaft „herausfallen“. Wer sich abgelehnt („ungeliebt“, ungewollt oder isoliert) fühlt, reagiert daher häufig mit Scham. Scham ist häufig mit dem Erleben verbunden, „anders“ zu sein (von der Norm abzuweichen). Am liebsten möchte er oder sie sich verbergen. Dabei kommt es häufig zum Erröten. Aus Angst, (erneut) abgelehnt zu werden, gehen manche Schambetroffene lieber auf Distanz, was im Extremfall zu einer „sozialen Phobie“ führen kann. Auch bei anderen Erkrankungen (wie Essstörungen, Depression, Sucht, narzisstischen Persönlichkeitsstörungen, Hypochondrie, Zwangsstörungen, Dysmorphophobie) spielt Scham oft eine zentrale Rolle. Die erwähnten Leiden sind zugleich typische „Masken der Scham. Quelle: Internet

Scham ist das Erbe einer in Sünde gefallenen Menschheit. Seit dem Sündenfall im Garten Eden, ist die Scham wie ein Krebsgeschwür, das sich durch unser Denken und Handeln frisst, und uns unfähig macht uns so zu geben, wie wir sind. Scham ist das größte Problem, was uns daran hindert wirklich authentisch zu leben, sich nicht zu verstellen, sondern Echt zu sein. Sie bringt uns dahin, dass wir unseren Wert immer wieder anhand dessen beurteilen, was wir tun (Leistungen), oder was andere über uns sagen. Solange wir an der Stelle auf die Scham hören, wird sie unsere Energie aufzehren und wir werden eine verdrehte Sichtweise von Gottes Wirken in uns und anderen bekommen.

Ich glaube, wenn wir dahin kämen, zu unseren Stärken und Schwächen vor anderen zu stehen, ohne die ständige Angst, was die anderen denken könnten, und das im Bewusstsein, dass uns Christus liebt wie wir sind, ich glaub, dann erleben wir wirkliche, echte Freiheit.

Wenn wir die „Reichweite“ der Liebe Gottes zu uns, tiefer verstehen – wirkliche Geborgenheit in seiner Liebe finden, dann wird Scham enttarnt. Und wir werden mehr zu den Menschen, wie Gott wollte, dass wir sind.

Es geht hier nicht darum „schamlos, ohne rot zu werden“, etwas zu tun, was aus Gottes Sicht Sünde ist. Es geht auch nicht darum, Grenzen einzureißen und sich einen Freifahrtsschein auszustellen, für alles was man will. In der Welt, in der wir leben, hat ein „gesundes“ Schamgefühl ihre Berechtigung. Hinsichtlich unserer Sexualität oder Intimität z.b. An dieser Stelle wäre es nicht sinnvoll sämtliche Schamgefühle über Bord zu werfen.

Auch unter dem Gesetz (wenn man eine biblische Betrachtet heranzieht) hat die Scham ihre Berechtigung und ihren Sinn. Sie kann Menschen von Sünde abhalten. Als Christen leben wir aber nicht mehr unter dem Gesetz, sondern in Christus. Und in Christus hat Scham keine Funktion mehr.

Wenn wir entdecken, wie sehr uns Christus liebt, wird uns das immer mehr freisetzen, ohne Scham zu leben, sowohl mit Gott als auch mit anderen Menschen. Wir können mit Gott Gemeinschaft haben, und zwar so, wie wir sind: immer noch im Veränderungsprozess, und ohne etwas vor ihm verheimlichen zu müssen. Er weiß, dass wir uns nicht selber helfen können – und das ist auch nicht schlimm – im Gegenteil. Er wartet nur darauf, dass wir das erkennen, und ihn um Hilfe bitten.

Wer nicht mehr unter dem Einfluss der Scham steht, kann endlich ein authentisches Leben führen – äußerlich und innerlich der Gleiche sein. Es ist eine enorme Erleichterung, wenn man uns genauso kennt, wie wir sind, und wir den Menschen sowohl unsere Schwächen als auch unsere Stärken zeigen können.

„Menschen ohne Scham stellen die Realität über ein Image, die Aufrichtigkeit über Angeberei und Ehrlichkeit über Betrug.“ aus „Geliebt!“ von Wayne Jacobsen

Schamlos frei
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Ein Gedanke zu „Schamlos frei

  • 3. September 2011 um 16:04
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