Lerne zu sein

Manchmal denke ich, wir sind alle mit einem Virus befallen, der uns daran hindert einfach zu sein. Den Augenblick bewusst wahrzunehmen und dankbar darin zu werden. Die täglichen Dinge des Lebens nicht wie ein Roboter stupiede abzuarbeiten, sondern sie bewusst zu erleben und Glück darin zu finden. Dieser Virus nennt sich Hektik. Wir leben in einer sehr hektischen Welt, wo nicht mal für die schönen Dinge im Leben genügend Zeit da zu sein scheint. Geschweige denn für alltägliche Dinge. Wir werden oftmals einfach angesteckt vom Stress und der Unruhe um uns her.

Mir fällt es oft schwer, dem zu entkommen. Ich weiß aber, dass ein großer Gewinn darin liegt, mich bewusst gegen die Hektik zu entscheiden. Ich werde dankbarer für die kleinen und alltäglichen Dinge in meinem Leben. Ich fange an meine Zeit und die Dinge die ich tue, zu genießen. Ich lerne dabei, bei mir zu bleiben und einfach zu sein. Das Leben wird dadurch weniger Oberflächlich. Das gelingt mir längst nicht immer. Aber ich bin auf dem Weg dahin, und das tut mir gut.

Lerne die Kunst, zu sein, intensiv zu leben. Probiere es einfach einmal, bewusst langsamer zu gehen, wenn Du in der Arbeit von einer Bürotür zur anderen willst. Versuche, beim Spazierengehen bewusst jeden Schritt zu spüren; wahrzunehmen, wie du die Erde berührst und sie wieder lässt. Versuche, langsam und bewusst Deine Tasse in die Hand zu nehmen. Zieh Dich am Abend langsam aus. Du wirst sehen, wie dann alles zum Symbol wird, wie das Ablegen der Kleider zum Ablegen des Tages mit seiner Mühe werden kann.

Anselm Grün in: „Das kleine Buch vom wahren Glück“

Foto: © h.koppdelaney / flickr.com

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