Leg dein Herz in ein Geschenk

Heute ist Karfreitag. Ich schaue aus meinem Fenster nach draußen, es schneit. Alles liegt unter einer weißen Schneedecke. Und dabei sollte es doch langsam Frühling werden. Ich warte darauf, dass es draußen endlich wieder grün wird. Dass das Leben in der Natur von neuem erblüht. Ich sehne mich regelrecht danach. Und ich glaube, es geht vielen Menschen in diesen Tagen so.

Ich sehne mich nach neuem Leben in der Natur, nach sonnendurchflutenden grünen Feldern, nach blühenden Sträuchern und Bäumen. Ich freue mich auf die Wärme und auf laue Sommernächte. Wann ist es endlich so weit? Wenn ich so darüber nachdenke, dann hat der Karfreitag was mit dieser Kälte und dem Schnee gemeinsam. Unter einer dicken Schneedecke und in dieser Kälte kann kein neues Leben entstehen. Genauso wie an Karfreitag niemand von Leben oder neuem Leben sprechen kann. Weil an diesem Tag, zumindest im christlichen Kontext, scheinbar der Tod gesiegt hat.

Und doch liegt im Karfreitag schon der Grundstein für neues Leben versteckt. Genau wie in der Natur, unter der dicken Schneedecke, schon neues Leben darauf wartet durchzubrechen. Nur sieht man es noch nicht.

An Karfreitag hat sich jemand verschenkt, damit an Ostern neues Leben durchbrechen kann. Jesus hat am Karfreitag für uns gelitten damit neues Leben in uns entstehen kann. Leben das bis in die Ewigkeit reicht. An Ostern feiern wir die Auferstehung Jesu. Die Geburt von neuem Leben. Das ist die geniale Botschaft von Karfreitag und Ostern. Die beste Botschaft, die diese Welt je gehört hat.

 

Manche Familien vereinbaren heute, dass sie sich nichts mehr schenken, weil doch alle schon genug haben. Darin liegt sicher etwas Gesundes. Aber es gibt auch eine Geschenkaskese, die nur Ausdruck von Phantasielosigkeit ist. Sich einander zu beschenken ist Zeichen von Liebe und lebendiger Beziehung.

Im Schenken bringen wir zum Ausdruck, dass wir selbst die Beschenkten sind. Das deutsche Wort „schenken“ bedeutet ursprünglich, einem etwas zu trinken geben. Wir sagen ja auch heute noch, dass wir dem anderen Wein einschenken. Schenken meint also, dass wir dem anderen, der Durst hat, etwas einschenken, damit er seinen Durst stillen kann. Wer keinen Durst hat, dem soll man auch nichts schenken. Heute haben viele keinen Durst mehr danach, Süßigkeiten oder Wein oder Kleider oder Haushaltsgeräte geschenkt zu bekommen. Denn davon hat jeder schon genug.

Aber jeder von uns dürstet nach Liebe, nach Zuwendung, nach Wertschätzung. So sehnen sich heute wohl die meisten nach einem Geschenk, das Ausdruck der Liebe ist. Wenn ich mein Herz in ein Geschenk hineinlege, dann erreicht es den anderen, dann stillt es seinen Durst.

Anselm Grün in: “Das kleine Buch vom wahren Glück”

Jesus hat dir ein Geschenk gemacht, welches Ausdruck von Gottes Liebe zu dir ist. Am Karfreitag gab er sein Leben hin und wertschätzt dein Leben damit über die Maßen. Er legte sein Herz, sein Leben, in dieses Geschenk hinein. Und wartet nun darauf, dass du es annimmst und auspackst. Ich wünsche dir – ich wünsche euch allen, frohe und gesegnete Ostern!

Foto: © daniel.stark / flickr.com

Leg dein Herz in ein Geschenk
Markiert in:                 

Ein Gedanke zu „Leg dein Herz in ein Geschenk

Kommentar verfassen