Leben wir in der Gegenwart? Oder manchmal doch mehr in der Vergangenheit oder Zukunft?

Nach ein einhalb Jahren habe ich mal wieder „die Hütte“ von William Paul Young vorgeholt, und das ganze Buch ein 2. Mal gelesen. Es ist erstaunlich, wie unterschiedlich so ein Buch in verschiedene Lebensabschnitte hineinsprechen kann. Auch wenn die ganze Geschichte nur fiktiv ist, so enthält sie doch wunderbare Bilder und Vergleiche der Liebe Gottes und seines Wirkens in uns. Ich denke, in den vielen Dialogen zwischen Mack, Jesus, Papa und Sarayu, stecken eine ganze Reihe von geistlichen Wahrheiten, über die es sich lohnt intensiver nachzudenken.

Das folgende Gespräch zwischen Mack und Jesus enthält einige, für mich sehr wichtige  Aussagen, die mein Leben und Glauben verändert haben. Das was Mack hier schildert, kommt mir ziemlich bekannt vor …

Mack dachte einen Augenblick nach, ehe er antwortete. »Ich Glaube, ich verbringe ziemlich wenig Zeit in der Gegenwart. Ich halte mich viel in der Vergangenheit auf, aber die übrige Zeit verbringe ich größtenteils damit, mir Gedanken darüber zu machen, was mich in der Zukunft erwartet.«
»Da geht es dir wie den meisten Menschen«, sagte Jesus. »Wenn ich bei dir verweile, so geschieht das in der Gegenwart – ich lebe in der Gegenwart. Nicht in der Vergangenheit, obwohl man viel lernen kann, wenn man zurückschaut. Doch das sollten immer nur kurze Besuche sein, keine ausgedehnten Aufenthalte. Und ganz bestimmt lebe ich nicht in der Zukunft, die du dir vorstellst oder ausmalst. Mack, bist du dir darüber im Klaren, dass ich in deinem Bild von der Zukunft, das fast immer von Ängsten diktiert ist, gar nicht vorkomme, oder wenn, dann nur sehr selten?«
Wieder hielt Mack inne und dachte nach. Es stimmte natürlich. Er brachte viel Zeit damit zu, sich Sorgen wegen der Zukunft zu machen. Seine diesbezüglichen Vorstellungen waren häufig ziemlich düster und deprimierend oder sogar schlichtweg fürchterlich. Und Jesus hatte auch damit recht, dass in Macks Vorstellungsbildern von der Zukunft Gott immer abwesend war.
»Warum mache ich das so?«, fragte Mack.
»Es ist ein verzweifelter Versuch, etwas zu kontrollieren, über das du keine Kontrolle hast. Es ist unmöglich für dich, Macht über die Zukunft zu erlangen, weil die Zukunft überhaupt nicht real existiert und auch niemals existieren wird. Du versuchst, Gott zu spielen, indem du dir vorstellst, das von dir gefürchtete Böse könnte Realität werden, und dann Pläne schmiedest, um das, wovor du dich fürchtest, zu verhindern und dich gegen alle Eventualitäten abzusichern.«
»Ja, das hat Sarayu (der Heilige Geist) ganz ähnlich gesagt«, erwiderte Mack. »Warum bin ich dann so voller Furcht?«
»Weil du nicht glaubst. Du weißt nicht, dass wir dich lieben. Ein Mensch, der in Furcht lebt, findet keine Freiheit in meiner Liebe. Ich spreche hier nicht von rationalen Ängsten vor realen Gefahren, sondern ich meine eingebildete Ängste und vor allem die Projektion dieser Ängste in die Zukunft. In dem Maße, in dem du solchen Ängsten Platz in deinem Leben einräumst, glaubst du weder, dass ich gut bin, noch weißt du tief in deinem Herzen, dass ich dich liebe. Du singst dann vielleicht in Kirchenliedern davon und redest davon, aber du weißt es nicht.«

Leben in der Gegenwart
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Ein Gedanke zu „Leben in der Gegenwart

  • 8. Oktober 2011 um 15:01
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    ‎schopatje hat auf Facebook dazu geschrieben: „..da wird einem die Liebe Gottes ganz groß und neu bewußt. Mein Gottesbild wurde unter anderem durch dieses Buch völlig umgekrempelt und ich hab entdecken müssen, wie wenig ich Gott bis dahin vertraut habe. Das verändert sich leider nicht von heute auf morgen, es geht nur Stück für Stück – sehr langsam. Ich wünsche jedem Menschen (besonders Christen) dieses Erlebnis!“

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