Geschenke machen

Hängt die Großzügigkeit unserer Geschenke eigentlich vom Verhalten des Beschenkten ab? Was für eine komische Frage, denkst du vielleicht.

Stell dir vor, du willst einen lieben Menschen beschenken und hast eine super Idee, worüber er sich garantiert freuen wird. Ich meine, Weihnachten steht vor der Tür und da beschenken wir uns gegenseitig bekanntlich reichlich. Nun freust du dich also über deine geniale Idee und kannst es kaum erwarten, das Gesicht des anderen zu sehen, wenn er dein Geschenk auspackt. Die Vorfreude ist an Weihnachten nicht nur beim Beschenkten groß. Auch der, der schenkt, freut sich auf die strahlenden Augen des Beschenkten. Jetzt kann es passieren, dass gerade im Stress der Vorweihnachtszeit der andere sehr genervt ist. Schlechte Laune hat, gereizt ist und ungerecht wird. Oder das Kind mit einer Reihe von „Hiobs Botschaften“ aus der Schule kommt. Der Mensch, den du beschenken möchtest, verhält sich nicht so, wie du es von ihm erwartest. Aus welchen Gründen auch immer leidet eure Beziehung. Kurz gesagt, du verlierst, in Anbetracht seines Verhaltens, die Freude und Lust am schenken. Kennst du solche Situationen und Gedanken?

Ich kenne das. Da überlegt man hin und her und gibt vielleicht auch eine ganze Stange Geld für ein Geschenk aus, worüber sich der andere garantiert freut. Und dann „funktioniert“ der andere nicht so, wie ich es mir vorstelle. In dieser Situation fand ich mich letztens wieder. Auf der einen Seite mein Wunsch, den anderen zu beschenken und auf der anderen, mein Ärger über ihn. Das hat mich nachdenklich gemacht. Wie verhält sich eigentlich Gott mit seinen Geschenken uns gegenüber? Ich meine, Gott hätte hunderte Argumente dafür, uns, auf Grund unseres Verhaltens, nicht zu beschenken. Und doch macht er uns in Jesus zu Weihnachten ein gewaltiges Geschenk. Er verschenkte sich sozusagen selbst. Gottes Geschenk an uns kostete seinem Sohn das Leben. Als sich Gott dafür entschied, fragte er nicht danach, ob wir es annehmen würden. Er schaute auch nicht darauf, ob wir zu diesem Zeitpunkt würdig waren, dieses Geschenk zu erhalten. Er schenkte einfach.

Was ist der Unterschied zu unserem schenken?
Gott schenkt aus reiner Liebe ohne Bedingungen zu stellen. Ein wahres Geschenk ist freiwillig und kommt von Herzen, an das man keine Bedingungen knüpfen kann. Wir schenken auch aus Liebe, aber unsere Liebe ist oft an Bedingungen geknüpft. Das „Fehlverhalten“ des anderen bringt uns vielleicht nicht unbedingt dazu, unser Geschenk zurück zu behalten. Aber wir schenken es dann oft mit einer Erwartung. Vielleicht formulieren wir die auch: „Gerne geschehen, mein Kind. Aber dafür strengst du dich in der Schule in Zukunft mehr an! Ja?!“ Bei Erwachsenen werden diese Erwartungen nicht unbedingt formuliert. Bei meinen Kindern ertappe ich mich schon, wie ich solche Sätze sage.

Wenn Gott erst darauf gewartet hätte, bis wir „richtig funktionieren“ oder würdig wären, dann wäre Jesus noch immer im Himmel und nie auf die Erde gekommen. In Jesus macht uns Gott das größte und teuerste Geschenk, was er uns schenken konnte. Und er tat es aus Liebe und Hoffnung. Aber ohne Bedingungen. Er hofft, dass jeder einzelne Mensch dieses Geschenk als ein solches erkennt und annimmt.

„All denen jedoch, die ihn aufnahmen und an seinen Namen glaubten, gab er das Recht, Gottes Kinder zu werden.“ Johannes 1,12 NGÜ

Frei übersetzt heißt das: „All denen jedoch, die Jesus als Gottes Geschenk annahmen und an seinen Namen glaubten, gab Gott das Recht, seine Kinder zu werden.“ Danke Herr, für dieses Geschenk! An dieser Bedingungslosen Liebe will ich mich orientieren, wenn ich zu Weihnachten Geschenke mache.

Ich wünsche allen Lesern ein friedliches und gesegnetes Weihnachtsfest mit echten, von Herzen kommenden Geschenken!

Euer Tobias

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