Geliebt – das wertvollste im Leben

Letztens bin ich, nach langer Zeit mal wieder, auf dem Friedhof gewesen um ein Grab von einigen Winterspuren zu befreien. Und wie das so ist, ich schlendere so an den verschiedenen Gräbern vorbei und lese die Grabinschrift eines jeden Steines, der meinen Weg kreuzt. Da stehen Dinge wie: „In Liebe und Dankbarkeit“ oder „Unvergessen“ und manchmal sogar nur der Name und die Daten der Geburt und des Todes. Aber, an einem bleibe ich stehen. Auf ihm stand „geliebt“ und obwohl ich grade als Christ dieses Wort so oft höre, berührte es mich in diesem Augenblick sehr. Ich dachte, was für eine wundervolle Aussage über einen Menschen, über ein Leben. Ist es nicht genau das, was man sich wünscht, wenn man am Ende seines Lebens angekommen ist. Ich strebe nach so vielen Dingen im meinem Leben, habe Wünsche und Träume. Es soll Menschen geben, die nach etwas Bleibenden suchen, nach etwas, dass sie unsterblich macht, auf dieser Welt. Aber ist –das- nicht ein wunderbarer Sinn für ein Leben? Ich meine, was muss geschehen sein, dass dieser Mensch, diesen Ehrentitel verliehen bekommen hat? Jeder der schon mal einsam war, weiß doch, Liebe bekommt man nicht einfach geschenkt, oder?

Ich weiß nicht wie es Dir geht, wenn Du in der Bibel liest oder in einer Predigt hörst, dass Gott Dich liebt. Bei mir löst das in der Regel nichts aus, es berührt mich nicht, es kommt einfach nicht an. Ich halte generell –nicht- so viel von Worten. Sie haben mich schon oft enttäuscht und wenn ich, an mir selbst, feststelle wie schnell ein falsches Wort aus meinem Mund kommt, verschwindet häufig das Vertrauen in sie.

Als ich vor diesem Grabstein stand, kam ich nicht drum herum in mein eigenes Leben zu sehen. Glücklicherweise bin ich mir bei einigen Menschen in meinem Leben sicher, dass sie mich ehrlich lieb haben. Das war nicht immer so. Ich musste lernen zu verstehen was das bedeutet. Sie haben mir durch die Art, wie sie mit mir umgehen und auch durch ihr Vertrauen gezeigt, dass ich zu einem wichtigen Bestandteil ihres Lebens geworden bin. Diese Gewissheit weckt in mir eine Kraft und Fähigkeiten, die manchmal fast schon berauschend sind und sich ungemein positiv auf mich und meine Umwelt auswirken.

Vor diesem Stein, habe ich gedacht wie schön es wäre, wenn ich genau dasselbe empfinden könnte, wenn ich an Gottes Worte an mich denke, was für ein Potential darin liegt. In letzter Zeit, habe ich wieder mehr Erfahrungen mit Gott machen können. Vielleicht kennst Du das phasenhafte Auf und Ab, in der Beziehung zu Gott, ja auch. Das spannende ist, das Gott mir immer auf die Art begegnet, wie es zu mir passt. Ich bin jemand, der viel nach dem „Warum“ fragt. Grade was meine eigene Persönlichkeit und verschiedene Umstände in meinem Leben betrifft. Und ab und zu schenkt  Gott mir Erkenntnisse über die Dinge die mich bewegen, mal mehr, mal weniger und wie ich finde, bislang immer zur richtigen Zeit.

Das ist einer meiner Wege, auf dem ich ihn kennenlerne- das Fragen nach dem „Warum“. Für mich sehr bedeutsam ist, dass ich häufig feststelle, dass er mich -wirklich- besser zu kennen scheint, als ich mich selbst. Ich unterstelle Gott manchmal nicht grad das Beste und lass mich oft von den Lügen des Satans gefangen nehmen. Aber in Momenten dieser Klarheit (oben schrieb ich von „Erkenntnis“), wenn er den, für mich verständlich Teil seiner Absichten aufdeckt, verstehe ich, dass ich auch von ihm geliebt bin, auch wenn an dieser Stelle schon wieder ein neues „Warum“ in mir aufsteigt. Dieses, führt mich dann allerdings in die Anbetung 😉 .

Foto: © Maik Meid / flickr.com

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