SchuheEine Beziehung ist wie ein Paar Schuhe.

Im vergangenen Jahr durfte ich im September zwei gute Freunde unserer Familie trauen. Auf diesen Tag hat sich nicht nur das Trau(m)paar lange gefreut. Auch ich konnte es kaum erwarten, die Beiden an ihrem großen Tag begleiten zu dürfen. Entsprechend viel Zeit habe ich auch in die Vorbereitung der Traupredigt investiert. Lange habe ich nach einem passenden Bild gesucht, um die Liebe zweier Menschen zu veranschaulichen. Letztlich brachte mich meine Frau auf einen sehr schönen Vergleich, über den ich seitdem selber immer wieder nachdenken muss.

Sie sagte: „So eine Ehe ist eigentlich wie ein Paar Schuhe, die gepflegt werden wollen, wenn sie lange halten sollen“ Von diesesm Bild bin ich auch heute noch ganz begeistert.

Die schönen, neuen Schuhe:

Am Anfang der Ehe gleicht die Beziehung einem Paar neuer Schuhe. Jeden Weg, den diese Schuhe vor sich haben, können sie problemlos meistern. Sie sind neu, ungetragen und impregniert. Das macht sie belastbar und widerstandsfähig gegenüber Wind und Wetter. Zudem sehen diese Schuhe auch blendend aus. Sie sind ein Hingucker in jeglicher Hinsicht. Man schaut sie sich gerne an. Und sie schreien förmlich danach getragen und gezeigt zu werden.

Die alten, kaputten Schuhe:

Nach ein paar Jahren sind die ehemals neuen Schuhe viele Wege gegangen. Auch Wege über Stock und Stein, durch Morast und Sumpf. Sie mussten viel aushalten. Das Leben hat sie gezeichnet. Vielleicht sind sie auch ausgelatscht, halten im Regen nicht mehr trocken. Die Sohle löst sich schon und ein Hingucker sind sie schon lange nicht mehr. Wenn es dann gar nicht mehr geht, schmeißt man sie weg und kauft sich Neue. Das war´s dann mit den einst so schönen Schuhen. 🙁 Viele Ehen sehen nach einigen Jahren so aus.

Die alten, gepflegten Schuhe:

Schuhe, die man von Anfang an pflegt und sorgsam mit ihnen umgeht, sehen auch noch nach Jahren gut aus. Auch sie sind schon viele Wege gegangen. Auch sie haben viel erlebt. Man sieht ihnen an, dass sie nicht mehr ganz Neu sind. Du kannst auch Gebrauchsspuren erkennen. Und dennoch machen sie einen guten Eindruck. Sie sind nicht kaputt und erfüllen immer noch perfekt ihren Zweck. Alte und gepflegte Schuhe haben sogar einen höheren Wert als Neue, weil sie Eingelaufen sind – noch besser passen als am Anfang, als sie neu waren. Diese Schuhe wurden regelmäßig geputzt (Zeit- und Arbeitsaufwand). Sie wurden auch immer wieder zum Schuster gebracht (finanzieller Aufwand). Und sie wurden nicht zum Fußballspielen angezogen (es wurde auf sie geachtet). Genau so kann eine Ehe auch noch nach Jahren aussehen.

Im  1. Johannesbrief heißt es im Kapitel 3, Vers 18:

„Meine Kinder, unsere Liebe darf nicht nur in schönen Worten bestehen; unser Tun muss ein glaubwürdiger Beweis dafür sein.“

Johannes schreibt diese Aufforderung in einem Abschnitt, in dem es um die Liebe geht, mit der Christen ihren Mitmenschen begegnen sollen. Diese Aussage ist also an Christen gerichtet, die durch ihre Art zu leben und zu lieben einen Unterschied in dieser Welt machen sollen. Um wie viel mehr gilt dieser Satz also einer Ehe.

Was heißt es aber nun, nicht nur mit Worten zu lieben? Oder, um in dem Bild zu bleiben: Welche Dinge sind es, die das Paar Schuhe auch noch nach Jahren gut aussehen lassen? Der Satz: „ich liebe Dich“ ist schnell gesprochen. Wie aber gebe ich diesen Worten auch Inhalt? Wodurch werden diese Worte nicht nur hörbar sondern sichtbar und deutlich? Mir fallen dazu eine ganze Reihe von Punkten ein.

Es nütz eben nix, nur zu sagen: ich putze meine Schuhe. Nein, ich muss es tatsächlich umsetzen – es muss sichtbar werden. Und übrigens, welche Pflegemaßnahmen die richtigen sind, hängt vom Material des Schuh´s ab. Das heißt, wie jedes Paar ihre Ehe pflegt, bestimmt das jeweilige Paar ganz allein. Weil jeder Mensch, und dem zu folge auch jedes Paar, anders tickt. An der Stelle heißt es ausprobieren und eher weniger von anderen kopieren.

Die Schuhe zu putzen, oder sinnbildlich den anderen zu lieben bedeutet:

  • Sich selber manchmal zurücknehmen
  • Auf das Wohl des anderen bedacht zu sein (ein bisschen mehr als auf das Eigene)
  • hinter dem Partner zu stehen, gerade dann wenn Gegenwind kommt – und wenn er kommt, für den anderen in die Bresche zu springen
  • darauf zu achten, dass der Partner hinterher kommt
  • den anderen zu fördern ohne ihn zu überfordern
  • ihm Zeit & Freiheit für seine eigene, persönliche Entwicklung zu lassen
  • den eigenen Weg, die Ehe lebendig zu halten zu suchen
  • nicht hauptsächlich die Fehler sondern die Fähigkeiten des anderen zu sehen, wertzuschätzen und selber zu nutzen

Mit dieser Gesinnung liebt uns übrigens Gott – jeden einzelnen von uns. Das finde ich an der Stelle noch die Krönung des Ganzen. Wenn Du in einer Beziehung bist, oder eine Ehe lebst, dann wünsche ich Dir Kreativität bei der Wahl der Pflegemittel. Damit Euer Paar Schuhe auch nach langer Zeit noch, blendend aussieht und auch „tragbar“ ist.

Foto: © Frank Lindecke / flickr.com

Eine Beziehung ist wie ein Paar Schuhe.
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