„Wenn der Wind der Veränderung weht, dann bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen“

chinesisches Sprichwort

Ich habe dieses Sprichwort zum ersten mal in einer Predigt von Stephan Hänsch (siehe Blogroll) gehört. Seitdem denke ich oft darüber nach. Es liegt meiner Meinung nach viel Wahrheit in diesem kurzen Zitat. Wenn es uns gut geht, wir uns eingerichtet haben in Beruf, Familie, Freundeskreis oder Gemeinde, dann reißt der Wind der Veränderung uns womöglich aus unserer Bequemlichkeit. Eigentlich wollen wir es alle bequem haben, das Unbequeme liebt keiner. Und wenn Veränderung ins Haus steht, dann raubt uns das ein Stück Sicherheit und eben auch Bequemlichkeit. Wir müssen uns neu orientieren, müssen uns neu eine Meinung bilden, uns hinterfragen, überprüfen. Das alles ist Stress, den wir alle gerne vermeiden wollen.

Aus diesem Grund ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass wir Mauern bauen, um uns vor diesen Veränderungen zu schützen. Wir wollen festhalten was wir haben, und was sich doch so lange als gut bewährt hat. Warum sollte ein Standpunkt, ein Ablauf, eine Einstellung, eine Überzeugung jetzt, urplötzlich nicht mehr richtig oder unvollständig sein, wo sie sich doch scheinbar jahrelang als tragfähig und gut erwiesen hat? In uns kommt Misstrauen auf, wir wollen das nicht.

Wenn wir an der Stelle stehen bleiben, führt das zum Stillstand in unserem Leben. Wachstum ist kaum bis gar nicht mehr möglich, weil wir uns dagegen sperren (obwohl wir uns Wachstum im tiefsten Inneren vielleicht sogar wünschen). Leben ist dynamisch, ist Veränderung. Auch geistliches Leben unterliegt hier keinen anderen Gesetzen.

Es geht hier nicht darum Grundlagen bei jedem kleinen Windstoß über Bord zu werfen und im Strom der Zeit, der Veränderung, kommentarlos mit zu schwimmen. Es geht darum eine offene Haltung gegenüber den Veränderungen im Leben zu bewahren. Die Bereitschaft, die eigene Bequemlichkeit aufzugeben, um Neues zu lernen, weiter zu gehen, neue Ufer zu erreichen und höhere Berge zu besteigen. Das erfordert Mut. Ich glaube an der Stelle zeigt sich, wie groß unsere Vertrauen in Gott wirklich ist.

Wer hinter Mauern sitzt, die er aus Angst vor Veränderung selber baut, bleibt in seinem eigenen Gefängnis, wer aber den Mut hat, sich dem Wind zu stellen, gerät in Bewegung und erlangt Freiheit.

Der Wind der Veränderung
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4 Gedanken zu „Der Wind der Veränderung

  • 12. April 2011 um 22:36
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  • 7. April 2011 um 21:46
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    hätt es treffender nich formulieren können!!!

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  • 7. April 2011 um 17:56
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    Dazu passt, wenn ich genauer nachdenke, ganz gut der Gedanke, mit dem ich mich schon eine Weile auseinandersetzte. Ich hab mich gefragt warum meine Beziehung zu Gott momentan so distanziert ist. Ich würde nicht sagen, dass ich ein Problem mit Ihm habe oder irgendetwas „Äußerliches“ zwischen uns steht und trotzdem fehlt mir ein Stück von dem, was ich sonst so mit ihm gewohnt bin. Ich bin unsicher, mir fehlt die Leidenschaft, der Mut zu sagen: “Los, was soll schon passieren, mit Gott an meiner Seite“. So war ich es gewohnt. Ich bin gedanklich in die Zeit zurückgegangen, in der ich mich, meiner Meinung nach anfing, von ihm zu distanzieren. Damals(ist nicht so lange her wie es sich anhört 😉 gab es viele Momente in den ich Gott erfahren habe, in denen ich bemerkt habe was für eine Energie entstehen kann, wenn der Draht zu ihm gut ist und ich nah an ihm dran bin. Und auch derzeitig mache ich meine Erfahrungen und bin überrascht, was mit mir passiert und welchen Einfluss ich auf meine Umwelt habe, wie mich Gott gebraucht- trotz dieser (scheinbar) fehlenden, gewohnten Nähe zu ihm. Aus irgendeinem Grund, macht mir genau diese Tatsache Angst. Vor ca. 1,5 Jahren erzählte ich jemandem davon, in diesen energiereichen Zeiten niemanden zu wissen, mit dem ich diese Erfahrungen teilen könnte. Ich dachte eher, dass ich meine Umwelt damit verunsichern würde, wenn ich von dem reden würde, was mir manchmal durch den Kopf schießt. Ich hatte in diesen Momenten das Gefühl alle(s) zurück zu lassen, ganz allein (zwar mit Gott, aber ohne die Menschen die mir wichtig waren) vorzupreschen und das wollt ich nicht. Schwebend, gehalten von Gott, so ähnlich wie Petrus auf dem Wasser, aber sobald ich mir bewusst wurde wie weit „das Boot“ entfernt war, versank ich.
    Heute, scheu ich mich davor Gott wieder so nah zu kommen, weil ich mit der Entscheidung, diese Nähe wieder einzugehen, auch gleichzeitig die Entscheidung treffe müsste, nicht mehr zurück zu schauen. Ich kann nicht loslassen und damit riskieren alles zu verlieren.
    Somit steh ich vor der entscheidenden Frage: In wie weit bin ich wirklich bereit mein altes Leben hinter mir zu lassen/mein altes Ich aufzugeben?
    Inwieweit vertraue ich Gott?
    UND
    Inwieweit traue ich mir selbst?

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    • 8. April 2011 um 12:31
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      „… ich scheue mich davor Gott wieder so nah zu kommen, weil ich mit der Entscheidung, diese Nähe wieder einzugehen, auch gleichzeitig die Entscheidung treffe müsste, nicht mehr zurück zu schauen. Ich kann nicht loslassen und damit riskieren alles zu verlieren.“
      Ich glaube nicht, Sandra, dass Du mit dieser Entscheidung, würdest Du sie treffen, alles verlierst. Dein altes Leben und damit Dein altes ich aufzugeben – dieser Prozess wird wohl bei uns allen, ein Leben lang dauern – aber er ist notwendig, wenn wir in der Beziehung zu Gott wachsten wollen. Vertrautheit wächst, wenn wir uns hingeben und vertrauen. Das ist selbst in der Ehe so. Wenn wir diesen Schritt gehen bedeutet das, dass wir uns mehr und mehr in eine Abhängigkeit begeben. Das macht uns Angst. Aber ich denke, in der Beziehung zu Gott bedeutet größere Abhängigkeit = größere Freiheit und intensievere Gottesbegegnungen. (so paradox das auch klingen mag) Was Du schreibst, hat viel mit einem Sicherheitsbedürfnis zu tun, was natürlich jeder Mensch hat. Der eine mehr der andere weniger. Wenn wir in unserem Leben mal an den Punkt kommen, andem wir merken, dass wir eigentlich gar nichts in der Hand haben, und das es keine Sicherheit in dieser Welt gibt, dann fällt die Entscheidung, sich Gott ganz hinzugeben und unser Vertrauen mehr auf Ihn zu setzen, leichter. Aber diesen Punkt im Leben zu erreichen ist schmerzhaft.
      „Ich dachte eher, dass ich meine Umwelt damit verunsichern würde, wenn ich von dem reden würde, was mir manchmal durch den Kopf schießt.“ Such Dir die Menschen aus, denen Du davon erzählst, aber trau Dich! Der Beziehung zu den Menschen, denen Du wirklich am Herzen liegst, wird das nicht schaden. Es wird wohl eher die Beziehung vertiefen.
      Ich wünsch Dir jedenfalls, dass Gott Dich führt (das tut er bereits) und das Du diese Führung erkennst und bewußt erlebst. Und danke nochmal, für den offenen Kommentar!

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