Mein Glaube ist eine Abenteuerreise! Fortsetzung von wer bittet der bekommt … (aber was?)

… was ist, wenn unser Leben auf Grund unserer Gebete um Geduld, Mut, Liebe … anstrengender und komplizierter wird, weil Gott uns in entsprechende Situationen führt, in denen wir genau das lernen müssen, worum wir ihn baten. Wollen wir das dann noch immer?

Ich denke, dass der Glaube an Gott einer Abenteuerreise gleicht. Keine Schiffsreise durch (immer) seichte Gewässer bei (immer) strahlend blauem Himmel. Abenteuer heißt (bei Gott) etwas anderes. Es bedeutet Herausforderung ohne Überforderung, Lasten tragen ohne darunter zusammen zu brechen, hinfallen und wieder aufstehen, Durststrecken durchleben ohne dabei zu verdursten. Menschlich zu scheitern und dabei (darin) geistlich zu wachsen. Dieser Prozess heißt Wachstum.

Vielleicht stellen wir uns Wachstum ganz linear vor. Wir starten an einem Punkt und wachsen dann ganz gradlinig und stetig zum nächsten Punkt. Ohne Zickzack-Linie, ohne Scheitern, ohne Absturz, ohne Krisen. Wir bewundern die Menschen, bei denen es scheinbar so funktioniert. Doch kenne ich keine biblische Person, die Gott folgte, bei der es so war. In der Bibel entdecke ich, dass gerade die Menschen, die eine sehr innige Beziehung zu Gott hatten, ein sehr turbulentes Leben in dieser Hinsicht hatten. (Mose, Jeremia, Jesaja, Hosea, David, Petrus, Paulus …) Sie alle sind gewachsen, aber ihr Leben verlief dabei nicht linear. Ihr Lebensweg bestand aus vielen Höhen und Tiefen, vielem hinfallen und wieder aufstehen. Nur am Ende ihres Lebens (Rückblickend) kann man deutlich eine Entwicklung hin zu Gott erkennen. Wenn man mal alle Phasen im Leben zusammen betrachtet, alles Scheitern, alles hinfallen und alles wieder aufstehen, dann sieht man den Wachstumsprozess.

Ich glaube, wenn wir Gott ernsthaft um diese Dinge bitten, müssen wir mit einkalkulieren, dass er unser Leben lenkt (eigentlich wollen wir genau das, sagen wir zumindest …), aber so, wie er es für richtig hält. Das wird sich nicht immer mit unseren Vorstellungen decken. Aber unsere Beziehung zu ihm wird intensiever und reifer, wenn wir dann auch noch dran bleiben (in Guten wie in schlechten Tagen).

Jesus hat nie gesagt, dass ein Leben in seinen Fußstapfen einfach wird. Im Gegenteil, er sprach eher davon, dass der Weg schmal und steinig wird. Oft wünschte ich mir, er wär einfacher und leichter. Doch erlebe ich gerade, dass genau diese steinigen Situationen, dieser schwierige Weg, bei dem ich auf 10 Metern 3 mal hinfalle, meine Beziehung zu Jesus in eine neue Tiefe führen. Und das genau, ist der Punkt, den ich nicht mehr missen will, auch wenn mir der Weg zeitweilig zu steinig ist. Ich an manchen Stellen keine Geduld mehr habe, und der Mut mich in mancher Hinsicht, schon lange verlassen hat.

Gott wird alles zu einem Guten Ende führen! Daran will ich festhalten! Daran glaube ich!

der Glaube gleicht einer Abenteuerreise
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6 Gedanken zu „der Glaube gleicht einer Abenteuerreise

  • 12. August 2011 um 11:13
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    Eine interessante Metapher, den Glauben an Gott mit einer Abenteuerreisen gleichzusetzen. Das könnte sehr vielen helfen, die von Gott enttäuscht sind, da nicht alles in ihrem Leben bisher so gut gelaufen ist, wie sie sich das gerne gewünscht hätten! Danke dafür!

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  • 4. Mai 2011 um 19:56
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    wir sind immer auf erfolg aus und wollen immer gleich ergebnisse sehen, auch (gerade) da, wo sich unser leben verändern soll. und oftmals sehen wir nur die stolpersteine und nich die hand, die bereit ist, uns wieder aufzuhelfen. ich kann kann mich bemühen, wie ich will. ich werde immer wieder hinfallen. das hat jesus selbst gesagt. wahrscheinlich hab ich mich oft gegen diese methode gewehrt verändert zu werden und hab ein krampfhaftes glaubensleben geführt. die worte “ in deiner schwachheit bin ich stark“ versteh ich immernoch nicht richtig. gottes wesen ist nicht so, dass er mit dem finger schnippt und alles ist gut, obwohl er das könnte. es liegt an mir selbst, ob ich das glaube oder nicht. ob ich das akzeptiere oder nicht…

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  • 2. Mai 2011 um 16:46
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    ja, genau das stell ich auch grad in meinem leben fest. und dabei ist mir ein vers neu wichtig geworden. „denn wir wissen, dass denen, die gott lieben alle dinge zum besten dienen“. ich empfinde diese worte als so befreiend, denn ganz egal, was in in unserem leben passiert, ob wir hinfallen, scheitern, gerade voll durchstarten, beruflichen erfolg oder niederlagen erleben, krankheit durchmachen…ganz egal was: es wird zu unserem besten dienen. und sich darauf zu verlassen heißt für mich gott zu vertrauen. plötzlich hab ich nicht mehr das bedürfnis, gott vorzuschreiben, wie er dinge führen soll, sondern ich weiß, ganz egal, was auch passiert, es wird zu meinem besten dienen und dazu, dass ich gott dadurch näher komme. wie genial ist das??? =)

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    • 2. Mai 2011 um 19:14
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      diese Gedanken sind wirklich befreiend. Das finde ich auch. Ich stelle fest, dass es uns anscheinend unsagbar schwer fällt, die Kontrolle über unser Leben tatsächlich an Gott abzugeben. Obwohl wir Sonntag für Sonntag Lieder singen und gesungen haben, die genau das zum Inhalt haben. Hier ist die Theorie wirklich meilenweit von der Praxis entfernt. Die Verantwortung für unser Leben tragen wir, und das ist schon schwer genug, wie ich finde. Wenn wir es schaffen, die Kontrolle abzugeben (die eigentlich kein Mensch wirklich hat), dann ist das ein riesiger Befreiungsschlag. Danke, Jana, für Deine Gedanken dazu 😉

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