Was versteht ein Kind unter einem Blitz-Licht-Foto?

Eine Mutter wacht während eines Gewitters auf. Nach einem besonders hellen Blitz stürmt sie in das Zimmer ihres Sohnes, weil sie weiß, dass er vermutlich Angst haben wird. Zu ihrer Überraschung steht er am Fenster.

„Ich habe zum Fenster rausgeschaut“, sagte er. „Und weißt du, was passiert ist? Gott hat ein Foto von mir gemacht.“

Er war davon überzeugt, dass Gott am Werk war und dass das Universum deshalb ein absolut sicherer Ort für ihn war. Die feste Überzeugung, sicher in Gottes Händen zu sein, nennt Paulus den „Frieden Christi“. Stellen Sie sich diese Frage: „Wie würde mein Leben aussehen, wenn ich in der Überzeugung leben würde, dass diese Welt für mich ein absolut sicherer Ort ist, weil ich mich auf Gottes Charakter und Kompetenz verlassen kann?“

John Ortberg aus „Abenteuer Leben“

Als Erwachsene fragen wir jetzt vielleicht: „Kann ich mich auf Gottes Charakter und Kompetenz wirklich verlassen?“ Wir haben doch schon viel zu viel gehört, gesehen und erlebt, was eine andere Sprache spricht, oder? Diese Aussage: „Gott hat ein Foto von mir gemacht“ kann doch nur von einem Kind kommen. Einem Kind, was noch naiv denkt und keine Ahnung vom wirklichen Leben hat.

Jesus sagte einmal, dass wir uns an den Kindern ein Beispiel nehmen sollen. Ihr kindlicher (fast naiver) Glaube ist es, der uns hier ein Vorbild sein soll. Zumindest denke ich, dass Jesus genau das damit sagen wollte. Warum wohl haben Kinder oft einen einfacherern aber dafür um so stärkeren Glauben, als viele Erwachsene? Weil sie die Güte Gottes nicht ständig in Frage stellen. In unseren Köpfen schwebt dagegen doch öfter die Frage: „meint es Gott wirklich gut mit mir?“. Immer wenn in unserem Leben etwas passiert, womit wir nicht gerechnet haben und was uns Angst macht, ist das doch die erste Frage die wir uns stellen.

Ich glaube, wenn Christi Frieden wirklich in uns einziehen soll, müssen wir wieder anfangen kindlich zu glauben. Unsere ganzen „Erfahrungen“ beiseite lassen und uns Jesu Charakter vor Augen führen. Alle Dinge, die uns passieren, müssen uns zum Besten dienen, schreibt Paulus an die Gemeinde in Rom. Kinder, die gute und liebevolle Eltern haben, können dieser Aussage schneller vertrauen und sie in ihrem Leben anwenden.

Jesus hat uns gezeigt wie Gott ist. Demnach haben wir einen guten und liebevollen Vater, der sich um jeden von uns sorgt. Und dem es nicht egal ist, was mit uns passiert. Ich für meinen Teil wünsche mir, zu diesem einfachen und kindlichen Glauben schrittweise zurück zu finden.

Wenn es das nächste mal gewittert und Du siehst einen Blitz, dann lächle – Gott macht gerade ein Foto von Dir 🙂

Foto: © ComputerHotline / flickr.com

das Blitz-Licht-Foto
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